Digitales Vergessen!

Marco schaltet den Computer ein, um nach dem Hotel in Berlin zu suchen, das ihn so begeistert hatte. Doch fällt ihm, beim Öffnen der Starseite, der Link von Facebook ins Auge. Drei Stunden später, erschöpft vom vielen Chatten, schaltet er den Computer aus. Dabei fällt ihm auf, dass er noch immer nicht weiss, wie das Hotel in Berlin heisst.

I-Phone, Laptop, I-Pad, Natel und weitere digitale Geräte helfen uns, zu vergessen. Da sie uns immer zur Verfügung stehen, hören wir auf nachzudenken. Oft kommt es vor, dass wir die Antwort kennen, doch sind wir zu faul, sie selbständig abzurufen. „Wir müssen weder den ganzen Zugfahrplan im Kopf haben noch Wikipedia auswendig kennen“, sagt David Bauer in seinem Buch „Sein und Selbst.“

Wir sind von der modernen Technik abhängig. Um Einzukaufen oder Freunde kennen zu lernen musste man früher aus dem Haus gehen. Heute kann man sich gemütlich auf das Sofa setzen und den Einkauf per Knopfdruck erledigen.

Doch müssen wir wirklich den Stecker ziehen, um uns von dieser Droge zu befreien? „Nein“,  sagt David Bauer, „wir müssen lernen, mit der Technik klarzukommen.“

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7 Kommentare

Eingeordnet unter Neue Medien

7 Antworten zu “Digitales Vergessen!

  1. Vanessa

    Ich bin ganz eurer Meinung. Aufgrund der Technik sind wir Menschen unselbständiger geworden. Anstatt unserem eigenen Verstand und Wissen zu vertrauen, machen wir uns von digitalen Geräten abhängig. So zum Beispiel geben wir eine ganz einfache Rechnung in den Taschenrechner ein, als dass wir an uns glauben und sie im Kopf rechnen.
    Daher beginnt mit der Technik, meines Erachtens, unser Selbstvertrauen zu sinken. Doch letztendlich liegt es an uns selber, wie viel wir von der modernen Technik benützen und uns somit abhängig machen lassen.

  2. Natascha

    Sowie schon Vanessa stimme auch ich euer Meinung zu. Nicht wir regeln mehr alltägliche Dinge, sondern lasssen fast alles vom Computer regeln. Das schlimme daran finde ich, dass sobald wir keinen Internetanschluss mehr haben total aufgeschmissen sind und nicht wissen woher wir nun die nötigen Informationen nehmen sollen. Darum finde ich es sehr wichtig auch in der heutigen Zeit noch „Fremdwörter“ wie Reiseprospekt, Duden oder jegliche Nachschlagwerke zu benutzen.

  3. Tatjana

    In eurem Text spiegle ich mich selber wieder. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft mir dasselbe passiert ist wie eurem Beispiel Marco.
    Das Internet hat uns vieles vereinfacht. Statt uns nun weiter mit den gedruckten Informationen herumzuschlagen (die uns zum Beispiel beim Zugfahrplan nicht mal alles personengerecht auflisten können, sondern noch von uns erwarten, dass wir selber nach unserem Zug suchen müssen), geben wir einfach die gewollte Abfahrtszeit ein und werden innerhalb von Sekundenbruchteilen mit den gewünschten Daten versorgt. Jedoch sind wird dadurch so faul geworden, dass wir verlernt haben, ausserhalb des Internets etwas zu suchen. Das macht uns abhängig und kann auch zu Problemen führen, denn wenn einmal auch das Internet keine Antwort weiss, sind wir aufgeschmissen.

  4. Valentina

    Dieses Problem kenne ich allzu gut. Statt mich auf das zu konzentrieren, was erledigt werden muss, lasse ich mich von Facebook ablenken.
    Und die Tatsache, dass man heuzutage überall auf eine Internetverbindung trifft, macht uns richtig abhängig davon, alle Daten online abzurufen, statt selber nachzudenken. Wir sind schlicht zu faul, uns selber die Mühe zu machen, diese Informationen selber zu besorgen statt im Netz nachzuschauen.

  5. Mirjam

    Ihr habt den Nerv getroffen… Mein Schlüsselerlebniss war, als ich auf meinem I-Phone den Fahrplan von Zuhause nach Baden abgerufen habe. Obschon ich ganz genau weiss wann die Büsse fahren. Da musste ich eingestehen, dass ich kein guter Umgang pflege mit dem I-Phone.
    Vergleichbar mit dem Taschenrechner-Gebrauch… Ich gebe die einfachsten Rechnungen ein ohne zu überlegen.
    Es gibt die weitverbreitete Theorie, dass wir heutzutage nur 8-12% unserer Gehirnkapazität benutzen. Dies kann ich mir gut vorstellen. Wir legen unser Vertrauen in den Computer und unser Smartphone und machen uns so abhängig.
    Wer geht schon ohne Handy aus dem Haus? Und wenn es doch passiert, wer fühlt sich dann nicht ein wenig hilflos?

  6. Vor 10, 20 Jahren hat man gesagt. Später wird alles der Computer machen. Er wird für uns arbeiten und für uns denken. Das waren tolle Aussichten. Heute sind wir soweit, dass eine Maschine tatsächlich für uns denkt, doch nun ist dies eine besorgniserregende Sache.
    Dies, wahrscheinlich weil der Computer nicht das denkt, was man möchte, sondern unser Vorhaben schnell unwichtig macht und durch interessant scheinbare Links die Kontrolle über unser eigenes Denken übernimmt. Dies zeigt auch euer Beispiel über den Facebook-Link sehr gut.
    Ich finde, man sollte lernen, den Computer nur für das zu gebrauchen, was man wirklich braucht, und sich danach sofort wieder vom PC abwendet. Schwierig…

    Daniel

  7. David Bauer hat Recht! Es wird Zeit zu erkennen, dass 1. Der Fortschritt nicht auf zu halten ist, und der 2. keine schlechte Sache ist! Die neuen Medien, und insbesondere das Internet bietet neue, ungeahnte Möglichkeiten, vor denen wir uns nicht verschlissen sollten!
    @ Daniel. Deine Einstellung kann ich nicht teilen. Sowohl dem wissenschaftliche als auch dem soziale Fortschritt, den uns dieses Medium bietet und bieten wird, kommt Nichts nahe!

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